Blondieren im Selbstversuch

Ich bin ja eine getarnte Blondine gewesen die letzten 15 Jahre. Solange schon färbe ich meine Haare. Zuerst war es ein unauffälliges Dunkelblond, das immer brauner wurde, schließlich ins Rotbraune mit Lilastich überging, dann, als derart irgendwierötliche Haare sogar von junggebliebenen Hausfrauen getragen wurde, ließ ich den Rotstich weg und verlegte mich auf den Schneewittchenlook.

Seit einem kleinen, eigentlich unfreiwilligen Abstecher ins Kupferblonde zum Gefallen einer Bekannten, die an mir ihre Färbekünste für ihre Friseurausbildung beweisen mußte, hängt mir ein Gedanke im Kopf: Was ist eigentlich meine Naturfarbe? Ich weiß das nämlich gar nicht mehr. Jaja, sowas gibt es. Weizenblond als Kind sind viele, aber was wäre jetzt meine Farbe?

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Nuja. Koboldorange trifft es doch ganz gut. Scheckigfleckig war es außerdem. 5 Jahre Färben müssen ja auch erst einmal rückgängig gemacht werden.

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Das war dann die Farbe “Bustarn”: Damit hätte ich mich hier in Berlin vor einen großen gelben BVG-Bus stellen können und wäre gar nicht mehr zu sehen gewesen.

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Nun weiß ich zwar immer noch nicht, wie meine Haare eigentlich aussehen würden, ließe ich sie unbehandelt wachsen und gedeihen, was ich jetzt aber weiß, ist, daß meine Kopfhaut ein ebenbürtiges Äquivalent zum berühmten Kuhmagen ist. Zweimal Blondieren und dann noch einmal Färben innerhalb eines Tages muß so eine Kopfhaut schließlich auch erstmal mitmachen.

Danke Kopfhaut!

(Ergebnisse des heutabendlichen Nachfärbens müssen bis zum nächsten Fototermin bei Tageslicht, also morgen, warten. Bitte gedulden Sie sich.)

März 18, 2010 | In pollyzeugs | 3 Comments | TrackBack-URL

Druckerey

Auch auf die Gefahr hin, daß ich hier zur special interest Linksammelmaschine (mit zugegeben sehr spärlichem Auswurf) mutiere, muß doch die

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Druckerey (das Blog)
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hier Erwähnung finden. (via Notizbuchblog)

Allein schon die Erwähnung, daß der Schweizerdegen Martin Z. Schöder sein Handwerk bereits mit 14 in der Arbeitsgemeinschaft „Junge Schriftsetzer“ im „Pionierpalast“ in der Berliner Wuhlheide ausübte, läßt mich lächeln. Der PiPaLa! Hach, schee!

Manchmal überkommen mich ja so Gedanken und Grübeleien, ob es statt des nun beinahe ein Jahrzehnt währenden Studiums nicht besser eine handwerkliche Ausbildung hätte sein sollen, die mich ins Leben entläßt. Buchbinden zum Beispiel. Aber vielleicht stellt man sich Dinge, die man hobbymäßig betreibt, auch nur viel netter vor, als sie es dann sind, sobald man seinen Lebensunterhalt damit bestreiten muß. Aber Buchbinden … mit Bögen, die die Druckerey für mich fertigte, joa, das wär was!

März 17, 2010 | In pollyzeugs | No Comments | TrackBack-URL

das ist doch alles schon zu lange her

müßte sie sagen.

und dann doch ins erzählen kommen. eine bahn fährt und die nächste, man hat sich schon mehrfach verabschiedet und wollte nur noch kurz eine frage– ja, ja, hmm, und bei mir war dann– genau!

was? nein! wirklich?

doch! so war das.

März 16, 2010 | In pollyzeugs | 2 Comments | TrackBack-URL

Walton Ford ruft —

und ich folge. Kommt jemand mit?

März 12, 2010 | In pollyzeugs | No Comments | TrackBack-URL

Draußen an der Wand

Wenn wir abends die Kinder zu Bett bringen, sind alle Lampen gelöscht. Die Nacht in Berlin hat genügend Licht, die kleine Gestalt erkennen zu lassen, die vor mir ins Wohnzimmer huscht, hhmmpapahmmmpaa, die neuen Wörter des Tages lallendsingendglucksend. Meist läuft sie an meinen Platz, wartet kurz, bis ich sitze, reicht mir die Flasche für das Baby und streicht dann zum Papa im Sessel gegenüber. Einszwei Züge, ein Schlürfen, fertig sind sie, marschieren zurück ins Badezimmer, Zähneputzen, ins Kinderzimmer, Spieluhr, Gutenacht, Ruhe.

Wir zwei sitzen dann noch langelange, eine viertel Stunde, eine halbe. Ich werde müde, sinke ins Baby, genau die richtige Körper- und Geisteshaltung. Er soll ja schlafen und ich muß. Später.

Draußen an der Wand, gegenüber, bewegen sich die Schatten des Mannes, Papa räumt auf. Wir lassen nichts liegen über Nacht. Ein Stück weiter oben, nur ein kleines, am Himmel — ich sehe außer dieser Wand nur Himmel — fliegen die Flugzeuge über Berlin. Blinkern. An. Aus. An. Aus. Genauso der Fernsehturm. An. Aus. Und fast immer die Sterne. Romantischer Quark.

Der Mann macht Schattenspiele an der Wand gegenüber. Taube, Hund und Hasenohr.

März 9, 2010 | In pollyzeugs | 2 Comments | TrackBack-URL

 

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